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Elbsandsteingebirge

Streckensperrungen Elbsandsteingebirge

4 gemeldete Sperrungen im Elbsandsteingebirge – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
S 165 Serpentinen zwischen Polenztalstraße und Hocksteinschänke (Hohnstein)Das Landratsamt Pirna hat im Auftrag der Landesunfallkommission für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Fahrverbot für Motorräder an Wochenenden und Feiertagen angeordnet; Auslöser waren 26 Unfälle in zwei Jahren. Motorräder werden über die Polenztalstraße umgeleitet, Pkw sind nicht betroffen.an Wochenenden und Feiertagen
Nationalpark Sächsische Schweiz – Wege und Plätze abseits der öffentlichen StraßenNach § 6 Abs. 2 Nr. 15 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft über die Nationalparkregion Sächsische Schweiz ist es verboten, außerhalb von Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen mit motorgetriebenen Fahrzeugen zu fahren oder sie dort abzustellen. Ausnahmen nur mit Zustimmung des Nationalpark- und Forstamtes.dauerhaft
Nationalpark Sächsische Schweiz – Motorsportveranstaltungen§ 6 Abs. 2 Nr. 20 derselben Verordnung untersagt Motorsport- und Radsportveranstaltungen abseits von Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen im gesamten Nationalparkgebiet.dauerhaft
Elbfähren F1 Schöna – Hřensko bis F9 Pirna – Pirna-CopitzBei Elbhochwasser stellt der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE) die Fährstellen bis auf Weiteres ein; im September 2024 waren neun Fährstellen gleichzeitig außer Betrieb. Auch Niedrigwasser legt Anleger lahm, so die Bornfähre Bad Schandau seit Juli 2025 bis auf Widerruf.bei Hoch- und Niedrigwasser

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Streckenzustand im Elbsandsteingebirge: Fahrverbot bei Hohnstein, Fähren und Grenzregeln

Das Elbsandsteingebirge liegt im Südosten Sachsens an der Elbe und teilt sich in die Sächsische Schweiz auf deutscher und die Böhmische Schweiz auf tschechischer Seite. Für Motorradfahrer ist die Region weniger ein Paradies langer Passstraßen als ein Geflecht aus engen Tälern, kurvigen Höhenstraßen und kleinen Ortsdurchfahrten. Wer das verinnerlicht, fährt sicherer: Hier zählt sauberes Kurvenlesen mehr als Tempo, und der Streckenzustand wechselt schnell zwischen gut ausgebauten Verbindungen und schmalem, an den Rändern aufgebrochenem Asphalt.

Motorräder am Straßenrand, dahinter ein bewaldetes Sandstein-Plateau
Rast unterhalb der Felsplateaus

Die landschaftlich schönste Route abseits des Elbtals ist die Kirnitzschtalstraße (Staatsstraße S165), die von Bad Schandau aus dem Flüsschen Kirnitzsch talaufwärts bis in Richtung Hinterhermsdorf folgt. Sie windet sich durch ein enges, von Felswänden gesäumtes Waldtal und verlangt vorausschauendes Fahren, weil parallel die historische Kirnitzschtalbahn verkehrt, Wanderer queren und an den Ausflugsgaststätten Fußgänger unterwegs sind. Der Asphalt im Talabschnitt zwischen Lichtenhainer Wasserfall und dem Abzweig nach Ottendorf gilt überwiegend als gut. Dazu kommt die Tageszeit: Wer vormittags talaufwärts fährt, hat die tiefstehende Sonne von vorn, und das Schattenflackern der Bäume auf der Fahrbahn stört in den Kurven die Sicht – nachmittags mit der Sonne im Rücken oder bei bedecktem Himmel fährt es sich entspannter.

Wichtig für die Routenplanung: Auf der S165 in den Serpentinen bei Hohnstein – dem kurvenreichen Abschnitt zwischen Hocksteinaussicht und Polenztal, der früheren Rennstrecke „Deutschlandring" – gilt ein saisonales Fahrverbot für Krafträder in beiden Richtungen. Es greift an allen Wochenenden vom 1. April bis 31. Oktober und wurde zur Senkung der Unfallzahlen eingeführt. Wer am Wochenende von Lohmen oder Rathewalde Richtung Hohnstein unterwegs ist, muss das einplanen und ausweichen – ein Verstoß ist bußgeldbewehrt. Eine zweite, anspruchsvolle Verbindung ist die Wartbergstraße im Polenztal hinauf zur Hocksteinschänke: rund zehn Kilometer mit vielen Kurven und deutlichem Höhenunterschied.

Eine Besonderheit prägt das ganze Gebiet: Im Kerngebiet des Nationalparks gibt es keine Elbbrücken. Die Elbe wird stattdessen mit Fähren gequert – aber Vorsicht, das ist die häufigste Fehlannahme bei der Tourenplanung: Die örtlichen Linienfähren der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE) sind durchweg reine Personenfähren. Sie nehmen Fußgänger, Fahrräder und Hunde mit, aber keine Motorräder oder Autos. Das gilt für die Fähre F6 Königstein – Halbestadt ebenso wie für F8 Stadt Wehlen – Pötzscha, die F9 Pirna – Pirna-Copitz und die historische Gierseilfähre in Kurort Rathen (seit 1954, denkmalgeschützt, eine der letzten betriebenen Gierseilfähren Deutschlands). Wer also mit der Maschine die Uferseite wechseln will, muss eine Brücke nutzen – im Kerngebiet sind das die Elbbrücke in Bad Schandau (B172) und die Brücke in Pirna. Die nächste Auto- und Personenfähre liegt erst bei Pillnitz im Raum Dresden. Die Personenfähren sind trotzdem ein schöner Programmpunkt zu Fuß: Die Überfahrt entschleunigt und gibt einen ungewohnten Blick auf Tafelberge und Felsufer.

Weite Wiesenlandschaft mit einzelnem Motorrad auf der Straße
Weite Wiesen zwischen den Felsgebieten

Die Fähren verkehren meist als Bedarfsverkehr in der Saison von etwa April bis November, die F6 Königstein beispielsweise täglich von früh bis spät am Abend. Sowohl Hochwasser als auch Niedrigwasser schränken den Betrieb ein oder stellen ihn ganz ein; gemeldet wird das tagesaktuell. Eine Runde, die auf eine bestimmte Fähre oder auf das Wanderschiff aufbaut, hängt damit am Pegelstand der Elbe.

Der größte Risikofaktor ist der Tourismus-Andrang. Die Region zählt zu den meistbesuchten Naturlandschaften Deutschlands, und an sonnigen Wochenenden stauen sich Ausflugsverkehr, Reisebusse und Wohnmobile in den engen Ortsdurchfahrten von Rathen, Königstein und Bad Schandau. Geduld an Fähranlegern und Parkplätzen gehört dazu. Hinzu kommt Wild: In den bewaldeten Höhen und an Waldrändern ist in der Dämmerung mit Wildwechsel zu rechnen.

In Deutschland gelten die üblichen Tempolimits: innerorts 50 km/h, außerorts 100 km/h, auf Autobahnen eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 ‰ (Fahranfänger und unter 21 Jahren: 0,0). Beim Motorrad ist ganzjährig mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht zu fahren.

Kurvige Waldstraße mit Kurvenwarnschild
Kurvige Waldstraße

Wer die Grenze nach Tschechien überquert – etwa bei Schmilka/Hřensko am Elbufer oder weiter nach Děčín –, sollte die abweichenden Regeln kennen. Auf tschechischen Autobahnen und Schnellstraßen besteht für Pkw und Wohnmobile Vignettenpflicht; die Maut ist inzwischen vollständig digital (das Kennzeichen wird im System registriert, kein Aufkleber mehr). Für Motorradfahrer eine gute Nachricht: Krafträder sind in Tschechien von der Vignettenpflicht ausgenommen – die Pflicht betrifft mehrspurige Kfz bis 3,5 Tonnen. Wer aber im Begleitfahrzeug oder mit Anhänger fährt, muss die E-Vignette lösen. Die Tempolimits in Tschechien betragen innerorts 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. Entscheidend ist die 0,0-Promille-Grenze – in Tschechien gilt ein absolutes Alkoholverbot am Steuer, ohne Toleranz. Außerdem besteht ganzjährige Tagfahrlicht-Pflicht, also auch tagsüber mit eingeschaltetem Licht fahren. An Mitführpflichten verlangt Tschechien Verbandszeug und eine Warnweste je Person (anzulegen beim Verlassen der Maschine nach Panne oder Unfall außerorts); ein Warndreieck ist für das Solo-Motorrad nicht vorgeschrieben, nur für Gespanne mit Beiwagen. Der Grenzübergang bei Schmilka/Hřensko ist ein offener Schengen-Übergang und im Normalfall ohne Kontrolle befahrbar.

Streckenlage

Was Routen kurzfristig umwirft: Sperrungen, Totholz und Hochwasser

Zwei Nationalparke bestimmen, welche Wege überhaupt befahrbar sind, und die Antwort lautet fast überall: keine. Was auf Karten als durchgehende Waldstraße aussieht, ist in der Regel Forst- und Wanderweg, gesperrt für Kraftfahrzeuge und häufig mit Schranke gesichert. Wer Navigation auf schnellste Route stellt, bekommt genau hier Vorschläge, die vor einem Poller enden.

Dazu kommen Sperrungen, die sich saisonal ändern. Nach dem Absterben großer Fichtenbestände sind immer wieder markierte Wanderwege wegen Bruch- und Wurfgefahr geschlossen; welche das sind, wechselt. In trockenen Sommern gilt erhöhte Waldbrandgefahr mit entsprechenden Einschränkungen — der große Brand im Sommer 2022, der bei Hřensko ausbrach und über die Grenze in die hintere Sächsische Schweiz übergriff, hat für lange Zeit ganze Gebiete gesperrt. Für die Fahrt selbst heißt das weniger Verbot als Umplanung: Ziele am Talende können geschlossen sein, während die Straße dorthin offen bleibt.

Das wiederkehrende Thema am Fluss ist Hochwasser. Die Elbe hat 2002 und 2013 die Talorte schwer getroffen, Hochwassermarken an den Häusern in Bad Schandau und Pirna halten die Stände fest. Die Talstraße liegt streckenweise unmittelbar am Wasser, ebenso die Anleger. Steigt der Pegel, fallen die Uferabschnitte und der Fährbetrieb zuerst aus — und weil es im Tal keine zweite Straße auf gleicher Höhe gibt, führt jede Umleitung über die Hochflächen und kostet spürbar Zeit. Auch die Seitentäler reagieren schnell: Nach ergiebigem Regen ist im Kirnitzschtal mit Schlamm, Geröll und Wasser auf der Fahrbahn zu rechnen, lange bevor irgendwo offiziell gesperrt wird. Vor einer Runde in einer nassen Woche gehört der Blick auf die Verkehrsmeldungen zum Tagesstart.

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