
Elbsandsteingebirge und Schlesien
Auf dieser Tour geht es durch das Elbsandsteingebirge auf der deutschen und tschechischen Seite.
Elbsandsteingebirge
Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.
Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Auf dieser Tour geht es durch das Elbsandsteingebirge auf der deutschen und tschechischen Seite.

Deutschlands wilder Osten dürfte sicher jeden begeistern. Immerhin gibt es dort und bei den tschechischen Nachbarn genug Kurven und ein unverwechselbares Landschaftsbild.

Teil eins der Elbe-Tour führt vom Weserbergland über den Harz nach Riesa und folgt dann dem Strom durch Sachsen und Tschechien bis ins Riesengebirge, wo sich nahe Spindlermühle, die Quelle der Elbe findet. Teil zwei der Elbe-Tour führt von…

Die östlichen Mittelgebirge dürften jeden Kurvenfan begeistern, denn im Dreiländereck von Deutschland, Tschechien und Polen gibt es genug Kurven und das unverwechselbare Landschaftsbild findet sich auch so schnell nicht auf unserer Erde…

Immer Richtung Osten und durch ein kleines aber feines Stück Tschechien führt diese Tour. Dass zwischenzeitlich der Eiskratzer zum Einsatz kommt, gehört nicht zur Planung, lässt sich aber nicht vermeiden. Dafür werden wir von einer…

Motorradreise durch Sachsens Osten und Nordböhmen: einsame Straßen, wilde Sandsteinfelsen und kurvige Strecken im Erzgebirge.

Die größte Streckenbesonderheit der Region steht nicht am Berg, sondern im Wasser: Die Elbe zerschneidet das Gebirge auf ganzer Länge, und für das Motorrad gibt es zwischen Pirna und der tschechischen Grenze bei Schmilka nur zwei feste Übergänge — die Straßenbrücke in Pirna und die Elbbrücke in Bad Schandau (B172). Auf den rund dreißig Kilometern dazwischen führt keine einzige Brücke über den Fluss. Genau im landschaftlichen Kern, an Bastei, Rathen und Königstein, ist der Strom für die Maschine eine harte Trennlinie. Wer die Uferseite wechseln will, legt also von vornherein fest, an welcher der beiden Stellen er das tut, und plant die Runde entlang der Ufer statt quer über den Fluss.
Die verbreitetste Fehlannahme bei der Tourenplanung ist, die vielen Elbfähren als bequeme Abkürzung von Ufer zu Ufer einzurechnen. Mit dem Motorrad geht das nicht. Die örtlichen Linienfähren im Nationalparkgebiet — etwa bei Kurort Rathen, Stadt Wehlen, Königstein und Pirna — sind reine Personen- und Kleinfähren. Sie setzen Wanderer, Fahrräder und Hunde über, aber keine Motorräder und keine Autos. Die Fähre in Rathen ist zudem eine motorlose Gierseilfähre, die allein von der Strömung angetrieben wird. Fahrzeugtaugliche Fähren liegen erst weiter flussabwärts Richtung Dresden, außerhalb des eigentlichen Gebirges. Für die Runde bedeutet das schlicht: Die Elbquerung im Nationalparkgebiet läuft real über die Brücken bei Bad Schandau und Pirna — nicht über eine Fähre.
Wertlos macht das die Fähren nicht, sie sind nur kein Streckenelement fürs Bike. Als Fußausflug lohnen sie sich: Maschine am Anleger abstellen, übersetzen, drüben zu einem Aussichtspunkt laufen und mit der nächsten Fahrt zurück. Einplanen sollte man dabei, dass sowohl Hochwasser als auch Niedrigwasser den Fährbetrieb einschränken oder ganz stoppen können. Wer eine bestimmte Überfahrt fest in den Tag einbaut, prüft den Betrieb also besser tagesaktuell.

Das Elbsandsteingebirge ist eine lärmempfindliche Landschaft: enge, von Felswänden gefasste Täler, in denen sich Motorengeräusch staut und weit trägt, dazu ein Nationalpark und mehrere Kurorte, in denen Ruhe zum Ortscharakter gehört. Das schlägt sich in konkreten Fahrbeschränkungen für Krafträder nieder, die in die Routenwahl gehören — sonst steht man am Wochenende vor einem gesperrten Abschnitt.
Der bekannteste Fall ist die Staatsstraße S165 bei Hohnstein — der kurvenreiche Abschnitt zwischen Hocksteinaussicht und Polenztal, die frühere Rennstrecke „Deutschlandring". Dort gilt an allen Wochenenden vom 1. April bis 31. Oktober ein Fahrverbot für Motorräder in beiden Richtungen, eingeführt zur Senkung von Unfall- und Lärmbelastung. Damit fällt ausgerechnet einer der fahraktivsten Winkel der Region am Wochenende weg. Wer samstags oder sonntags von Lohmen oder Rathewalde Richtung Hohnstein unterwegs ist, muss die Sperrung einkalkulieren und großräumig ausweichen; ein Verstoß ist bußgeldbewehrt. Unter der Woche ist die Strecke dagegen frei befahrbar.
Über den Einzelfall hinaus zahlt sich in der ganzen Region ein zurückhaltender Gasfuß aus. In den engen Tälern von Kirnitzsch und Polenz, an den Aussichtspunkten und in den Kurortdurchfahrten fällt lautes Fahren sofort auf, und genau das ist der häufigste Anlass, aus dem weitere Beschränkungen überhaupt erst diskutiert werden. Leises, flüssiges Fahren ist hier also nicht nur Rücksicht, sondern handfestes Eigeninteresse: Es hält die offenen Strecken offen.

Nach Süden endet das Gebirge nicht an der Grenze — es setzt sich im selben Sandstein als Böhmische Schweiz fort, mit dem Felsentor Prebischtor und den Klammen der Kamnitz als bekanntesten Zielen. Der Übergang bei Schmilka/Hřensko direkt am Elbufer ist ein offener Schengen-Grenzübergang und im Normalfall ohne Kontrolle befahrbar. Führerschein, Fahrzeugpapiere und die Grüne Versicherungskarte gehören trotzdem ins Gepäck, ebenso wie das Wissen, dass jenseits der Grenze eigene Verkehrsregeln gelten.
Anders als der Pkw braucht das Solo-Motorrad in Tschechien keine Autobahn-Vignette: Die Mautpflicht betrifft nur mehrspurige Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen, einspurige Fahrzeuge sind ausgenommen. Die tschechische Maut ist inzwischen rein digital über das Kennzeichen geregelt, ein Aufkleber entfällt. Hinzu kommt, dass die Elbtalstraße von der Grenze nach Děčín (Silnice I/62) ohnehin eine gebührenfreie Fernstraße ist. Erst wer im Begleitfahrzeug oder mit Anhänger unterwegs ist, muss sich um die E-Vignette kümmern.
Eine echte Streckenbesonderheit dieser Grenzseite ist die I/62 selbst: Der Abschnitt zwischen Hřensko und Děčín verläuft unmittelbar unter steilen Sandsteinwänden und wird immer wieder wegen Steinschlags gesperrt. Ein Blick auf den aktuellen Zustand vor der Fahrt erspart die Umkehr an der Absperrung. Als Ausweichrouten dienen die Straßen über Srbská Kamenice und Jetřichovice durch das böhmische Hinterland — enger, kurviger und landschaftlich ohnehin die reizvollere Variante als die Talstraße am Fluss.
Über Lohmen zur Bastei, weiter durch die Hochfläche nach Hohnstein mit seiner mittelalterlichen Burg (Markt 1, hoch über dem Polenztal, mit Aussichtsturm, Burgmuseum und Burgterrasse), dann über Lohsdorf Richtung Neustadt/Sebnitz und über das Polenztal zurück. Der Abschnitt Hohnstein–Neustadt gilt als kurvenreich, gut asphaltiert und verkehrsarm. Etwa 60–80 km, rund 2–3 Stunden Fahrzeit. Einkehr auf der Burgterrasse Hohnstein, an der Hocksteinschänke oder der Polenztalschänke. Highlight: Basteibrücke früh am Morgen, bevor der Andrang kommt. Achtung: Die S165-Serpentinen bei Hohnstein sind an Wochenenden von April bis Oktober für Motorräder gesperrt – Routenführung entsprechend anpassen.
Vom linken Elbufer über die B172 hinauf zur Festung Königstein (Motorrad-Parkhaus an der B172), weiter ins Hinterland über Kurort Gohrisch, Papstdorf und Cunnersdorf sowie zum Pfaffenstein mit der Barbarine bei Pfaffendorf. Eine geschichts- und aussichtsreiche Runde auf der Sonnenseite des Elbtals. Etwa 70–90 km, rund 2,5–3,5 Stunden Fahrzeit. Einkehr in Königstein, in Kurort Gohrisch oder im Gasthaus „Zur Hoffnung" in Papstdorf. Highlight: Festung Königstein.
Die fahraktivste Runde: von Bad Schandau die Kirnitzschtalstraße (S165) hinauf am Lichtenhainer Wasserfall vorbei bis Hinterhermsdorf, dem östlichsten Zipfel der Region, und zurück. Dichte Wälder, enge Kurven, kühles Tal. Etwa 40–60 km, rund 1,5–2,5 Stunden Fahrzeit. Einkehr im Gasthof Lichtenhainer Wasserfall (Familienbetrieb seit Mitte des 19. Jahrhunderts, sächsische Küche, großer Parkplatz, Motorradfahrer ausdrücklich willkommen) oder an den weiteren Gaststätten im Tal. Highlight: Kuhstall (kurze Wanderung ab Lichtenhainer Wasserfall) und die Obere Schleuse bei Hinterhermsdorf.
Über die Grenze bei Schmilka/Hřensko ins tschechische Böhmische Schweiz: ab Hřensko zu Fuß zum Prebischtor (Pravčická brána), dann über Mezní Louka und Děčín (entlang der Staatsstraße I/62 im Elbtal) und optional weiter zu den Tyssaer Wänden bei Tisá. Eine grenzüberschreitende Runde mit dem größten natürlichen Felsentor Europas. Etwa 90–120 km, rund 3–4 Stunden Fahrzeit. Hinweis: Der Abschnitt der I/62 zwischen Děčín und Hřensko ist wegen Steinschlaggefahr wiederholt gesperrt; die Ausweichrouten führen dann über Srbská Kamenice und Jetřichovice. Vor der Fahrt an die tschechischen Regeln denken: 0,0 ‰, Tagfahrlicht, Tempolimits 50/90/130, Verbandszeug und Warnweste. Highlight: Prebischtor.
Dem Elbtal folgend von Pirna über die B172 elbaufwärts über Stadt Wehlen, Kurort Rathen und Königstein bis Bad Schandau, mit einer Brückenquerung in Bad Schandau (B172), um auf dem Rückweg die rechte Uferseite einzubeziehen. Entspanntes Cruisen am Fluss mit ständigem Blick auf die Tafelberge. Etwa 60–90 km, rund 2–3 Stunden Fahrzeit. Einkehr in Pirnas Altstadt, etwa im Café & Restaurant am Obermarkt. Highlight: das mittelalterliche Pirna mit dem Canalettohaus und der Blick auf den Lilienstein. Wer die Personenfähren zu Fuß ausprobieren möchte, kann an einem Anleger wie Stadt Wehlen – Pötzscha kurz übersetzen – das Motorrad bleibt dafür am Ufer stehen.
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